Jan Schütte

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Unsere 50er Jahre

Wie wir wurden was wir sind

Story

Wirtschaftswunder und Fünfjahresplan, Bill Haley und der Lipsischritt, deutsche Teilung, 17. Juni und die FDJ: Diese und ähnliche Bilder könnte man im Kopf haben beim Gedanken an die 50er Jahre im Westen und Osten Deutschlands.

Doch mitten in dieser Zeit des Neuanfangs, des Auf- und Umbruchs haben sich dramatische und anrührende Schicksale abgespielt: Männer und Frauen, heute meist in den mittleren Sechzigern, ohne Spur von Prominenz. Kriegskinder, Überlebende, die die Wirtschaftswundergeneration verkörperten – die noch eine sehr präzise Erinnerung an jene Jahre haben, als sie noch sehr jung waren und doch genau wussten, was der Unterschied zu jenem Regime ist, das ihre Eltern wohl meist noch mitgetragen hatten. Die Rede ist von Trümmern, von Müttern, deren Männer in Kriegsgefangenschaft waren, von Männern, die nach Hause kamen, von Nationalsozialisten ebenso wie von postbrauner Kameraderie …

Die sechsteilige Dokumentation mit dem Untertitel Wie wir wurden, was wir sind erzählt persönliche Lebensgeschichten, die ein lebendiges Portrait zeichnen und damit einen neuen vergangenheitspolitischen Diskurs für Darstellungen eines widersprüchlichen, spannenden und unterschätzten Jahrzehnts versuchen.

Offizielle Homepage: www.daserste.de/50erjahre

Jan Schütte über Unsere 50er Jahre

Ich wollte niemandem auf die Nerven fallen, als ich unterwegs war, um den einzelnen Schicksalen der Nachkriegszeit zu begegnen. Doch meine Sorgen waren unbegründet. Meine Gastgeber wollten erzählen, unbedingt und ganz. Sie waren glücklich über meine Fragen und mein Interesse. Und was sie zu überliefern hatten, ist erstaunlich gegen alles, was üblicherweise über dieses Jahrzehnt geschrieben wird. Stets wirkten die Protagonisten in all ihren Bemerkungen nüchtern, froh – und, ohne dies je zu formulieren, stolz auf ihr Erreichtes: Ihr Gefühl liegt völlig richtig.