Jan Schütte

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Eine Reise in das Innere von Wien

A Voyage into the Innermost of Vienna

Story

Der Film entwirft eine Gegengeschichte Österreichs, führt in magische Welten, weit abgehoben und schwindelerregend, und von da wieder zurück in die Wirklichkeit, in den Stephansdom, den Narrenturm, ins ehemalige jüdische Viertel, ins Graue Haus, das Untersuchungsgefängnis von Wien. Roth besucht die Obdachlosen im Männerheim in der Meldemannstraße und die malenden »Irren« in der Anstalt Gugging. Dann geht es tief hinab in die unterirdischen Katakomben von Wien.

Basierend auf dem 1987 erschienenen Band Eine Reise in das Innere von Wien von Gerhard Roth: Einer Sammlung von sieben Essays über sieben Orte und sieben Schicksale, werden die Schattenseiten der nach außen so heiteren Stadt aufgezeigt; eine reale und imaginäre Reise durch die Abgründe der österreichischen Seele beginnt.

Roth wollte mit seinem Buch herausfinden, wie die Stadt denkt, wie sie träumt, wie sie verdaut. Der Film folgt dem Beispiel und geht gleichzeitig seine eigenen Wege. Er begegnet Menschen, beiläufigen Schicksalen auf einer essayistischen assoziativen Fahrt, die durch einen Erzähler begleitet, ja eigentlich erlebt wird.

Eine poetische Dokumentation, Heimatkunde und Reportage aus dem tatsächlichen, aus dem soziologischen und seelischen Bauch der Stadt Wien.

Zu Gerhard Roth:

Gerhard Roth wurde 1942 in Graz geboren. Nach seinem Medizinstudium war er lange Zeit Organisationsleiter im Rechenzentrum Graz. Seit 1976 arbeitet er als freier Schriftsteller. Von 1973–78 war er Mitglied der Grazer Autorenversammlung, ehe es ihn ab 1979 nach Hamburg zieht. Seit 1986 lebt er abwechselnd in Wien und in der Steiermark.

Roth hat zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Theaterstücke veröffentlicht. Er ist Träger zahlreicher Literaturpreise, darunter der Literaturpreis des Landes Steiermark 1976, der Alfred-Döblin-Preis 1983 und der Bruno-Kreisky-Preis 2002. 1995 erhält er die Goldene Romy für das Drehbuch zu Schnellschuss. Sein Sohn ist der Regisseur Thomas Roth.

Roth bezeichnet sich selbst als »ein vom Schreiben im besten Sinne besessener«. Im Mittelpunkt steht der sich vergeblich abmühende Held, dem die Welt als ein quälender, unhaltbarer Zustand erscheint. Häufig kleidet Roth seine Werke äußerlich in die Form eines Kriminalromans, wobei es ihm aber um das »Aufdecken« von Verborgenem im übertragenen Sinn geht. Im Mittelpunkt seines Hauptwerkes Die Archive des Schweigens steht die Aufarbeitung der österreichischen Vergangenheit in den heutigen politischen und sozialen Systemen.